“Biotreibstoff ist kriminell”
Wie gut, dass man selbst als Anhänger der AGW-These den momentanen Glauben an das Öko-Geschwurbel für schwachsinnig halten und lieber auf Kernkraft und Gen-Technik setzen kann.
Aus einem Interview der Weltwoche mit Professor Jesse Ausubel:
[...] Biotreibstoffe sind extrem rückschrittlich, ebenso wie Windenergie. Windenergieanlagen liefern durchschnittlich ein bis zwei Watt pro Quadratmeter. Sie beanspruchen deshalb immense Flächen und benötigen enorme Mengen an Beton und Stahl. Schneisen werden durch Wälder geschlagen und viele Kilometer an Strassen gebaut, um den Zugang zu jedem einzelnen Windrad zu ermöglichen. Solarzellen sind potenziell besser, aber haben mit nur sechs bis sieben Watt pro Quadratmeter immer noch sehr geringe Erträge. Um eine Stadt mit erneuerbarer Energie zu versorgen, ist eine Fläche erforderlich, die einige tausend bis zehntausend Mal grösser ist als die Fläche, die Erdgas- oder Kernkraftwerke benötigen. [...]
Nicht nur in Deutschland wird Landschaft zerstört, um sogenannte grüne Energie zu erzeugen. Das ist ein Irrweg. Wind und Sonne werden die benötigten grossen Mengen an Kilowatt nicht bereitstellen können. Wirtschaftlich werden diese Energiequellen in den nächsten zwei Jahrzehnten scheitern. Gut, wir können es uns erlauben, Geld zu verschwenden. Aber der Gesellschaft hinterlässt man ein bedauerliches materielles Erbe und eine weiträumig zerstörte Landschaft. Und das zu einem Zeitpunkt, zu dem wir wohlhabend genug wären, unsere Städte schön und lebenswert zu machen, ohne deren Hinterland zu verwüsten. [...]
Unter Bedingungen des Klimawandels sind vom Klima abhängige Energiequellen wie Sonne, Wind und Biomasse die unzuverlässigsten und anfälligsten Energieformen. Wie verlässlich sind Wasserkraftwerke und Pumpspeicher in Norwegen oder den Alpen, wenn es dort aufgrund des Klimawandels weniger regnet? Es dauert lange, Wasserbauten zu errichten, und sind sie einmal vorhanden, bleiben sie lange erhalten, wie man an den römischen Wasserleitungen sieht. Was ist, wenn die Sahara wieder grün wird und sich der Himmel über der Wüste bewölkt? Welchen Ertrag werden Solaranlagen unter diesen Bedingungen liefern? Milliarden von Euros in das Sammeln von Energie aus dem heutigen Klima zu investieren, ist risikoreich. Noch risikoreicher ist es, Milliarden zu investieren im Hinblick auf ein Klima von 2050, das wir nur aufgrund unvollkommener Modelle kennen. Vielleicht weht der Wind dort nicht, wo man Windmühlen errichtet hat. Vielleicht hat es dort zu wenig Sonne, wo man Solarfarmen gebaut hat. In einer Treibhauswelt sind die sogenannten Erneuerbaren eine Formel für Unsicherheit und Instabilität. [...]
Die Erneuerbaren sind nicht grün, und Biotreibstoff ist kriminell. Wir sollten weniger Land landwirtschaftlich nutzen, wir sollten weniger Wälder abholzen, und wir sollten weniger in den Ozeanen fischen. Aus der Geschichte weiss man, was Biotreibstoff für die Energiewirtschaft bedeutet – vor allem in Europa, wo die Menschen jahrhundertelang Millionen von Pferden und Zugtieren benutzten. Zwischen einem Viertel und einem Drittel des Landes diente dazu, den «Biotreibstoff» für Pferde und Ochsen zu erzeugen. Heute brauchte man für einen BMW mehrere Hektar an Ackerfläche, und das zu einer Zeit, wo es möglich wäre, Teile des Ackerlandes an die Natur zurückzugeben. Wird anstelle von Mais oder Soja Switch-Gras für die Treibstoffproduktion angepflanzt, bedeutet das, in Analogie zum Abbau von Kohle, den Abbau von fruchtbarem Boden. Ein Farmer, der Mais als Nahrungsmittel anbaut und die Halme unterpflügt, lässt organisches Material im Boden. Switch-Gras soll hingegen bis auf das letzte Gramm in die Biotreibstoff-Fabriken gehen. In zehn bis zwanzig Jahren wird dann der grösste Teil dessen, was den Boden fruchtbar macht, verschwunden sein. Hier wird der Boden auf eine Art ausgebeutet, die Bauern schon vor Hunderten von Jahren aufgegeben haben. Allgemein gilt: In der Grössenordnung von Gigawatt, wie sie insbesondere für China, Indien oder andere bevölkerungsreiche Gesellschaften erforderlich sind, führen erneuerbare Formen von Energie, sei es aus Biomasse, Wind, Sonne oder Wasser, Wellen oder Gezeiten, zur Zerstörung von Natur. [...]
Aus Wissenschaftskreisen kommt zunehmend Kritik, vor allem an der Produktion von Biotreibstoffen. Aber Menschen sind nicht rational. Warum spielen sie Lotto? Sie hoffen auf eine Lösung, letztlich durch Zauberei, denn die Chancen für einen Millionengewinn sind extrem gering. Ebenso ist die Begeisterung für die Erneuerbaren zu einem grossen Teil Glaube an Zauberei. Die Menschen sind es leid, seit dreissig Jahren ständig von Problemen der fossilen Brennstoffe und der Kernenergie zu hören. Alles, was anders ist, scheint besser. Die Menschen wollen glauben.
via Gegenstimme