Good Cop, Bad Cop
Abgelegt unter Politik am 22. Februar 2008 von TrafoIn Kampagnen islamistischer Akteure zeichnet sich ein standardisierter Ablauf ab: “Radikale” Islamisten drohen mit Gewalt, während “moderate” Muslime den Westen dazu aufrufen, den Drohungen nachzugeben, um “Radikale” zu beruhigen. Die Differenzierung zwischen “moderat” und “radikal” fällt zunehmend schwer, da das politische Ziel beider Strömungen offenbar gleichermaßen die Durchsetzung von Normen islamischen Rechts in westlichen Gesellschaften ist. Beide Strömungen wirken zur Erreichung dieses Zieles komplementär zusammen und stellen nicht, wie häufig behauptet, Gegenpole dar.
Die laufenden Kampagnen gegen dänische Karikaturen und ein angekündigtes islamkritisches Video aus den Niederlanden weisen dieses Muster ebenfalls auf.
Auch als “moderat” wahrgenommene islamische Akteure unterstützen die laufenden Kampagnen. Man ist sich einig, dass der Westen umgehend wesentliche Teile seiner liberalen Ordnung ausser Kraft setzen müsse, um einen “Weltkrieg” zu verhindern. Für die Forderungen der “radikalen” Kräfte hat man offenbar Verständnis bzw. scheint diese zu unterstützen.
Die Positionen religiöser Extremisten können jedoch nicht der Maßstab sein, an denen westliche Gesellschaften ihre politischen Systeme ausrichten. Die Aufgabe von Grundrechten wie Meinungs-, Presse-, und Religionsfreiheit ist keine geeignete Reaktion auf extremistische Kampagnen und wird diese Kräfte allenfalls dazu motivieren, ihre Kampagnen auszuweiten. Westliche Gesellschaften werden daher mittelfristig eine Konfrontation mit den Urhebern dieser Kampagnen nicht vermeiden können. [...]
Quelle: Weblog Sicherheitspolitik