Archiv für Juli 2005

Islamdiskurs

Abgelegt unter Politik am 29. Juli 2005 von Trafo

Durch die Freunde der offenen Gesellschaft bin ich auf ein interessantes Buch gestossen. Primär geht es um Freiheit und Demokratie, ein Kapitel setzt sich jedoch explizit mit dem Islam auseinander. Zum Glück gibt es bei Amazon einen Auszug:

[...] Die in Kulturklischees befangenen Orientforscher der ersten Stunde wurden von einer neuen Generation politisch korrekter Akademiker abgelöst, die sich nicht einmal mehr zu fragen trauen, warum in den arabischen Ländern ein so ungesundes soziales und politisches Klima herrscht. Auf Selbstkritik aus der Region wartet man ebenfalls vergebens. Arabischen Autoren liegt offenbar mehr daran, ehrenrührige Behauptungen längst verstorbener Orientalisten zu widerlegen, als dem Elend der arabischen Welt auf den Grund zu gehen.

Unmöglich, die Fakten zu leugnen: Während in 63 Prozent aller Länder gewählt wird, trifft dies auf keinen einzigen der 22 Mitgliedstaaten der Arabischen Liga zu. Auch wenn sich einige Regime (Jordanien, Marokko) liberaler geben als andere, sind die meisten erzreaktionär. Die jüngere Geschichte der Region ist ein einziges Trauerspiel. Wie oft sah man in den letzten fünfzig Jahren die Völker des Nahen Ostens ihren Diktatoren zujubeln, als seien sie von Gott gesandte Retter? Ob Gamal Abdel Nasser, Muammar Gaddafi oder Saddam Hussein – sie alle erfreuten sich der aufrichtigen Anbetung durch die Massen. Die wenigen aus der Region stammenden Kulturwissenschaftler verweisen auf das streng hierarchische Gefüge der arabischen Gesellschaft. So schreibt der gebürtige Ägypter Bahgat Korany, der politische Diskurs der Araber sei „gespickt mit Anspielungen auf den aufgeklärten Diktator, den heroischen Führer, den begnadeten Zaim, den ehrwürdigen Patriarchen.“6 Nach Ansicht des Libanesen Halim Barakat übertragen sich die paternalistischen Strukturen und Wertmaßstäbe der Familie auf das Arbeitsleben, die Schule sowie die religiösen, politischen und sozialen Vereine. Überall gebietet eine Vaterfigur über ihr Gefolge, entscheidet allein, verlangt unbedingten Gehorsam, duldet kein Widerwort. Als Abbilder väterlicher Gewalt stehen Verantwortungsträger wie Fürsten, Politiker, Lehrer, Arbeitgeber und Vorgesetzte an der Spitze der Autoritätspyramide. Wer eine solche Position einmal erreicht hat, kann nur von einem noch größeren Patriarchen vom Sockel gestoßen werden. [...]

Große Gefühle, starke Männer, eiserne Patriarchen: Der progressive Westmensch mag darüber den Kopf schütteln, muß aber zur Kenntnis nehmen, daß es sich dabei keineswegs um Alleinstellungsmerkmale des Morgenlandes handelt. So gnadenlos, wie sie die arabische Kultur verrissen, zogen britische Kolonialoffiziere auch über Chinesen, Japaner, Inder und sonstige „Orientalen“ beziehungsweise „Asiaten“ her. Gleichermaßen bewunderte wie verschriene Autokraten herrschten bis vor kurzem in den meisten Ländern Asiens und Afrikas – man denke an Achmed Sukarno (Indonesien), Julius Nyerere (Tansania), Juan Peron (Argentinien) oder Josip Tito (Jugoslawien). Selbst in der Geschichte des Westens braucht man nicht allzuweit zurückzublättern, um auf Diktatoren zu stoßen, die ungeachtet ihrer Gefährlichkeit von den Massen angehimmelt wurden: Franco, Salazar, Mussolini, Hitler. Der Okzident gibt sich zwar seit einigen Hundert Jahren insgesamt fortschrittlicher und liberaler als der Orient, steht aber seinerseits in einer Jahrtausende alten patriarchalen Tradition. Es ist noch gar nicht so lange her, daß im christlichen Abendland die Frau als Eigentum des Mannes galt. Doch während sich der Westen weiterentwickelte und ein Großteil der übrigen Welt spätestens seit fünfzig Jahren gleichfalls auf Modernisierung setzt, bleiben die Araber in primitiven politischen und gesellschaftlichen Strukturen befangen. Die arabische Politik ist kein Kulturspezifikum; sie hängt lediglich in einer Zeitschleife fest.

[...] in einer Studie für die Monatszeitschrift Atlantic schreibt der Intellektuelle Ischak Husseni 1956 sogar: „Der Islam bewegt sich in eine ähnliche Richtung wie die abendländischen Religionen mit ihrer Trennung von Staat und Kirche.“ So gewagt sich diese These heute anhört, so sehr entsprach sie der damaligen Überzeugung. Seither ging es mit den arabischen Ländern immer weiter bergab. Wenn wir die Ursachen dieser Krise begreifen wollen, brauchen wir also nicht die vergangenen fünfhundert Jahre zu durchforsten, sondern können uns auf die letzten fünfzig konzentrieren. [...]

Fazit: lesenswert!

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Aufschwung Irak

Abgelegt unter Politik am 29. Juli 2005 von Trafo

Die Iraker blicken zuversichtlicher in die Zukunft als die Deutschen. A New European zeigt leider wieder Fakten, von denen in den deutschen Medien nicht berichtet wird:

[... Der Irak blüht langsam], aber sicher auf. Die Medien, die Intellektuellen, solche, die sich für welche halten und eigentlich fast jeder, der zum Irak-Krieg die ein und diesselbe Meinung vertritt, beschweren sich allesamt über die mangelnde Elektrizität. In Wirklichkeit werden im Irak 111′400 Megawatt pro Stunde produziert, was 13,3 Stunden Elektrizität pro Tag entspricht und deutlich über den 10 Stunden täglich des letzten Jahres liegt. Auch liegen diese 111′400 Megawatt, 17% über dem Höchstwert unter Saddam – und das obwohl in Husseins Regime, niemand Anschläge auf Elekritizitätswerke verübte. Der Strom ist im Irak stark subventioniert, was dazu führt das Angebot/Abnahme-Prinzip behindert wird. Fakt ist aber, dass die Nachfrage um 60 Prozent von 100′000 MW/h Anfang 2004 auf 160′000 MW/h stieg, was nichts anderes als Fortschritt bedeutet.

Arbeitslosigkeit nach dem Krieg war zwischen 50 und 60 Prozent. Mittlerweile ist sie zwischen 30 und 40 Prozent. Wie hoch diese unter [Saddam war,] weiss man anscheinend nicht so genau, aber ich habe Schätzungen zwischen 30 und 50 Prozent varieren sehen. Das Wirtschaftswachstum liegt bei 10 bis 12 Prozent, also grösser als Chinas. Fortschritt ist auch hier unverkennbar.

Der Verkehr auf den irakischen Strassen stieg um 400% im Vergleich zur Saddam-Ära, was wahrscheinlich die Grünen nur noch mehr gegen die Befreiung des Irakes aufbringen wird.

Die Medien blühen auf. Seit Januar dieses Jahres erschienen 70 neue, unabhängige Zeitschriften. Insgesamt macht dies 170 Publikationen. Unter Saddam gab es keine. Die Anzahl der kommerziellen TV-Sender stieg um knapp 200% von 10 anfangs 2005 auf 29 heute, 29 neue kommerzielle Radio-Sender kamen hinzu und summieren sich nun bei 80. Unter Saddam gab es keine.

Vor dem Krieg waren 0,8 Millionen Telefone angemeldet. Im Januar 2005 waren 2,4, jetzt sind es 3,8. Zudem darf man nun am Telefon sagen, was man will. Vor dem Krieg hatte der Irak 4500 Internetanschlüsse. Im März 2005 waren es knapp 150′000 Unzensierte.

Im Jahr 2000 gingen 3,6 Millionen Kinder in die erste Klasse. Heute sind es 4,3 Millionen. Und sie lernen keine Saddam-Lobhymnen.

Gefragt ob der Irak sich in die richtige Richtung bewege, antworteten 67% mit Ja und bloss 20% mit Nein im Ende April 2005 (Mai 2004: 54%/39%). Ganze 82% meinen, in einem Jahr werde ihr Leben besser aussehen, während bloss 2% pessimistisch in die Zukunft blicken. Im März dieses Jahres fühlten sich ganze 85% der Iraker sich und fürchteten sich nicht. [...]

Komplett lesen

Tja, hier muss ich Greg zustimmen: Es wird Zeit für den Iran!

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Lesebefehl!

Abgelegt unter Politik am 28. Juli 2005 von Trafo

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Endlich ist die neue NOVO-Ausgabe online! Sofort lesen!

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Was wollen die islamischen Terroristen?

Abgelegt unter Politik am 28. Juli 2005 von Trafo

Daniel Pipes stellt diese Frage und gibt die einzig plausible Antwort:

[...] In fast allen Fällen haben die Jihad-Terroristen ein auf der Hand liegendes, selbstverständliches Ziel: eine Welt zu schaffen, die von Muslimen, dem Islam und dem islamischen Gesetz, der Scharia, dominiert wird. Oder, um noch einmal den „Daily Telegraph” zu zitieren: Ihr „wahres Projekt ist die Ausdehnung des islamischen Territoriums über den gesamten Globus und die Gründung eines weltweiten ‚Kalifats’, das auf dem Gesetz der Scharia gründet.”

Die Terroristen verkünden offen dieses Ziel. Die Islamisten, die 1981 Anwar el-Sadat ermordeten, dekorierten ihre Angeklagten-Käfige mit Bannern, die verkündeten: „Das Kalifat oder den Tod.” Eine Biographie von Abdullah Azzam, einem der einflussreichsten islamistischen Denker der jüngsten Vergangenheit und jemand, der Osma bin Laden beeinflusste, erklärt, dass sein Leben „sich um ein einziges Ziel drehte, nämlich die Errichtung der Herrschaft Allahs auf der Erde” und der Wiederherstellung des Kalifats.

Bin Laden selbst sprach davon, er wolle sicher stellen, dass „das gottesfürchtige Kalifat in Afghanistan beginnen wird”. Sein erster Stellvertreter, Ayman al-Zawahiri, träumte ebenfalls von der Wiederherstellung des Kalifats, denn dann, so schrieb er, „würde die Geschichte eine neue Wendung nehmen, so Gott will, in die entgegengesetzte Richtung, gegen das Reich der USA und der jüdischen Weltregierung.” Ein weiterer Al-Qaida-Führer, Fazlur Rehman Khalil, veröffentlicht ein Magazin, das erklärt: „Durch die Segnungen des Jihad hat der Countdown für Amerika begonnen. Es wird bald seine Niederlage eingestehen.” Dem wird die Schaffung des Kalifats folgen.

Oder, wie Mohammed Bouyeri auf dem Zettel schrieb, den er an der Leiche des holländischen Filmemachers Theo van Gogh anbrachte, den er gerade ermordet hatte: „Der Islam wird durch das Blut der Märtyrer siegreich sein, die sein Licht in jeder dunklen Ecke dieser Erde verbreiten.”

Interessanterweise war van Goghs Mörder frustriert wegen der ihm fälschlich unterstellten Motive. In seiner Gerichtsverhandlung bestand er darauf, dass „ich tat, was ich tat, ausschließlich aus meinem Glauben heraus. Ich will, dass Sie wissen, dass ich aus Überzeugung handelte und dass ich ihm sein Leben nicht nahm, weil er Holländer war oder weil ich Marokkaner war oder mich beleidigt fühlte.”

Obwohl die Terroristen ihre Jihad-Motive laut und deutlich verkünden, verschließen Westler und Mulisme gleichermaßen oft davor die Augen. Islamische Organisationen, so stellte der kanadische Autor Irshad Manji fest, geben vor, dass der „Islam ein unschuldiger Zuschauer des heutigen Terrorismus ist”.

Was die Terroristen wollen, ist völlig klar. Es ist monumentale Verleugnung nötig, das nicht anzuerkennen, aber wir Westler haben uns dieser Herausforderung gestellt.

kompletter Text hier

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Das Boot

Abgelegt unter Politik am 27. Juli 2005 von Trafo
schwertfisch

Hier eine GENIALE Geschichte. Gefunden von Alexander und der Gordische Knoten:

Die Nahles mal wieder
Andrea Nahles hat mehrere Qualifikationen:
1. Sie studiert immer noch.
2. Sie hat nie die wirkliche Arbeitswelt kennen gelernt.
3. Sie beweist täglich, daß sie auch ohne Fachwissen gewillt ist, ein Land zu lenken.

Heute gab sie in ihrem Blog ihre Einschätzung des FDP-Wahlprogramms wieder. Klar ist, das FDP extrem SCHEIßE ist und nur die SPD weiß, was sozial ist.
Diese Analyse gipfelte dann in der Aussage, daß die FDP so tue, als wäre Deutschland ein SANIERUNGSFALL, was laut Nahles nicht so wäre. Deutschland ginge es gut.

Ein Kommentator schrieb Nahles dann folgendes, was eigentlich genau beschreibt, wie Nahles denkt und was darum aus Deutschland werden könnte, wenn die LInke weiter Verantwortung tragen würde:

Ihre Analyse, daß die FDP die Bundesrepublik in vielen Punkten wie ein kränkelndes Unternehmen sieht, das es zu sanieren gilt, ist absolut richtig, Frau Nahles. Symptomatisch dabei ist lediglich, daß sie allein an dieser Tatsache bereits Anstoß nehmen. Denn Unternehmen sind in der Sozi-Denke ja etwas böses, das die Menschen dazu zwingt, Ihr Geld zu VERDIENEN, statt es wie Sie krisensicher vom Staat zu beziehen. Keine Angst, ich erkenne wohl an, daß der Beruf Politikerin ein Knochenjob ist, dennoch haben Marktgesetze keine unmittelbare Auswirkungen auf ihn.

Bemühen wir ein anderes Bild dafür: sie sitzen mit auf der Kommandobrücke eines großen Passagierschiffes, dem höchsten Punkt darin. Nein, es ist NICHT die Titanic – wer wäre ich… es ist natürlich die “MS DEUTSCHLAND”.
Und ooops… der Rumpf hat ein Leck, das Schiff hat an Fahrt verloren und bekommt langsam eine bedenkliche Schlagseite. Ihre Argumentation auf der (noch sicheren) Brücke ist nun, zunächst mal alle zu verfluchen, die bereits die Rettungsboote wassern lassen wollen. Haben die denn kein Zutrauen mehr in Schiff udn Besatzung?!?! Jetzt muß doch erstmal gehandelt werden! Am allerschlimmsten ist in ihren Augen die Schieflage des Schiffes. Während erste Besatzungsmitglieder gegen den Kapitän meutern, da er ja die Leckage aufgrund eines Manövrierfehlers offensichtlich zu verantworten hat, machen Sie einen verblüffenden Vorschlag: die Ballasttanks auf der gegenüberliegenden Seite fluten, ein Umverteilen des Gewichts, damit das Schiff wieder in die Horizontale kommt und die Passagiere in den unteren Decks (die noch frei von Wasser sind) wenigstens nicht seekrank werden. So geschieht es, und die danken es ihnen auch, da es für einen Augenblick wieder so scheint, daß das Schiff gerettet ist. OK, manche Bullaugen sind bereits unter der Wasserlinie, aber wenigstens hat es keine Schlagseite mehr und die Kapelle an Deck spielt ebenfalls noch! Nun ja, sie wundern sich freilich, daß die Diesel nicht mehr anspringen wollen. Keine Ahnung warum… aber das hat jetzt ja auch keine Priorität. manch jemand sieht zwar den Sturm um das Schiff herum immer stärker werden und das Schiff müßte dringend mit Maschinenkraft in die aufkommende 5m-Dünung gedreht werden, aber diesen Vorschlag tut Ihr Kollege ab. Der umstrittene Kapitän indes hat schon lange den hohen Wellengang als Ursache für das Leck erklärt und sich frei von Schuld gesprochen. Alle haben es ihm geglaubt und eine Meuterei war abgewendet worden. Es ist alles bestens! Der Hans und der Wolfgang, zwei die sich wirklich auskennen mit der Nautik (immerhin waren beide zuvor schon fast erfolgreiche Fischkutterkapitäne) sagen vorher, daß bald ohnehin der Salzgehalt des Wassers ansteigen und dem Schiff automatisch mehr Auftrieb geben wird! Endlich mal eine empirisch belegbare gute Nachricht! Dann ist ja ohnehin alles nicht mehr so schlimm…

Nun aber kommt ein “Leichtmatrose” her und rät ihnen, Ballast abzuwerfen, koste es was es wolle. Ja, SELBST das Gepäck der Passagiere der 3. Klasse. Vor allem aber verlangt er, zunächst mal das Leck zu stopfen, zumindest aber die entsprechenden Sektionen abzuriegeln und die anderen zu lenzen, um wieder mehr Auftrieb zu erhalten, vielleicht sogar die Diesel aus dem Wasser zu kriegen. Das Lenzen geht leider nur noch mit Muskelkraft, er braucht Unterstützung der Mannschaft!

Sie prangern diesen Leichtmatrosen öffentlich an. “Seht her, dieser Mann will ihr kostbares Gepäck über Bord werfen und sie wie Sklaven unter Deck schuften lassen!” und hoffen darauf, daß sich der geballte Zorn der Passagiere über ihn ergießen mögen. Im Augenwinkel sehen sie erste Rettungsboote davontreiben, mit guten Zimmerleuten und Schiffsingenieuren darin. An Bord verblieben sind allmählich nur noch die Alten und Schwachen, der Vorschlag des Leichtmatrosen ist mit denen bald kaum mehr umsetzbar, das spüren Sie. Ihr Kamerad Hans entschließt sich zwischenzeitlich, alle Rettungswesten über Bord zu werfen, das ist ja schließlich auch Ballast und es ist nicht unmittelbares Eigentum der Passagiere, also wird (noch) niemand aufschreien. Jetzt kommt es nur noch drauf an, den Leuten zu erklären, wie gut es Ihnen doch eigentlich geht, jetzt wo das Schiff wieder gerade liegt. Freilich immer tiefer im Wasser, aber auch das können sie gut erklären: ein Fischkutter ragt ja auch nur anderthalb Meter über die See! Und schaut doch mal wie seetüchtig DER ist!
Viele der einfachen Leute an Bord glauben Ihnen und wissen nichts mit den Vorschlägen des Leichtmatrosen anzufangen. Der will ihnen ja was abnehmen, er muß ein Pirat sein! Gut nur, daß inzwischen auch die Quartiere unter Wasser sind und er nicht mehr an das Gepäck herankommen wird…

Also, halten sie weiterhin solche Reden an die noch gutmütige Besatzung, sehen Sie aber zu, daß die Musik laut genug spielt, damit man die aufkommende Empörung der Passagiere nicht hört! Wenn wir schon sinken, dann doch wenigstens ohne Schlagseite! Ich wähle auch die SPD, denn schließlich gibt es ja sogar seetüchtige Schiffe, die tauchen können! Solange sie nur immer gerade im Wasser liegen, ich nichts opfern oder gar mit anpacken muß, ist es mir recht

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Kyoto ist tot

Abgelegt unter Politik am 21. Juli 2005 von Trafo

Kolumne von Maxeiner & Miersch, erschienen am 20.07.2005 in DIE WELT:

Die Bomben von London haben den G8-Gipfel überschattet. Aber da war doch noch was? Richtig: Es wurde auch eine Erklärung zum Klimawandel verabschiedet. Gerhard Schröder verkündete, darin werde „erstmals das Kyoto-Protokoll erwähnt“. Jacques Chirac assistierte: „Wir haben Bewegung in der amerikanischen Position bemerkt.“

Die beiden scheinen fest darauf zu vertrauen, dass niemand solche Kommuniqués wirklich liest. Wer es aber trotzdem tut, ist einigermaßen perplex. Europa hat sich nämlich viel stärker auf die US-Position zu bewegt als umgekehrt. Viele internationale Medien sehen einen Paradigmenwechsel in der Klimapolitik. „Good-bye Kyoto Treaty“ titelte etwa der „New Scientist“. Komisch, dass in Deutschland solche Schlagzeilen nicht zu lesen waren. Verpennt? Schreckstarre? Zu peinlich?

Nun gut, holen wir es nach. Was sind die zentralen Aussagen der G8-Vereinbarung? Der Klimawandel wird als eine „ernsthafte und langfristige Herausforderung“ bezeichnet, ein – wenn auch unsicherer – Anteil des Menschen eingeräumt. Es ist von natürlichen und menschengemachten Ursachen die Rede – man beachtete die Reihenfolge. Als Ziel wird eine „Verlangsamung des Anstiegs“ der Treibhausgase formuliert und – „so die Wissenschaft es rechtfertigt“ – eine Stabilisierung oder Reduzierung. Rechtfertig die Wissenschaft letztere Maßnahmen also noch nicht? Ein rätselhafter Nebensatz, denn die G8-Staaten haben mit Ausnahme der USA das Kyoto-Protokoll unterschrieben, gemäß dem die Emissionen gegenüber dem Stand von 1990 um rund fünf Prozent sinken sollen.

Das Protokoll, so sagen die Kritiker seit langem. kostet jährlich dreistellige Milliardensummen, macht bis zum Jahr 2050 aber nur einen nicht messbaren Temperaturunterschied von ein paar Hundertstel Grad aus. Jetzt scheint die Kritik angekommen, denn das Gleneagles-Papier verfolgt eine ganz andere Strategie. Zentral ist die Feststellung, dass in den nächsten 25 Jahren ein Anstieg des Welt-Energieverbrauchs von 60 Prozent erwartet wird und dass bislang zwei Milliarden Menschen ohne moderne Energieversorgung auskommen müssen. Als Antwort auf diese Herausforderung wird nicht etwa ein starres Rationierungs-System a la Kyoto vorgeschlagen, sondern eine dynamische Entwicklungspolitik in Verbindung mit der massiven Erforschung und Einführung neuer Technologien. Nachhaltige Entwicklung, Energiesicherheit und Armutsbekämpfung werden als gleichrangige Ziele angeführt, weil sich mit steigendem Wohlstand auch ärmere Länder effizientere Technologien leisten und besser an natürliche oder menschengemachte Klimaveränderungen anpassen können. Diese pragmatische Stoßrichtung durchzieht das gesamte Papier – und sie ist beinahe deckungsgleich mit der amerikanischen Position in Sachen Klimaschutz.

Kyoto wird lediglich im vorletzten Absatz kurz erwähnt: „Diejenigen von uns, die das Kyoto-Protokoll unterschrieben haben, begrüßen sein Inkrafttreten und werden daran arbeiten es zu einem Erfolg zu machen“. Schröder und Chirac wünschen sich hier gewissermaßen selbst eine gute Reise. Entscheidend ist, was nicht da steht: Es wird kein „Kyoto II“ geben und auch kein „Kyoto-Plus“. Länder wie China und Indien haben Vorschläge für ein verschärftes auf sie ausgedehntes Kyoto-Abkommen abgelehnt.

Wie kommt es nun, dass die „Vorreiter“ so merkwürdig ruhig bleiben, jetzt wo ihnen keiner nachreitet? Wahrscheinlich dämmert ihnen Unheil: Kyoto wird teuer, bringt praktisch nichts und droht zum Bumerang zu werden: So sind in der EU die CO2-Emissionen 2003 wieder angestiegen, einige Länder liegen dramatisch neben der Spur. Das Kyoto-Abkommen könnte enden wie der Stabilitätspakt.

via Die Achse des Guten

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Freedom is the key!

Abgelegt unter Politik am 18. Juli 2005 von Trafo

Ein geniales Interview in der Welt:

Gleichheit durch Freiheit
Der ehemalige Verfassungsrichter Paul Kirchhof erklärt im WELT-Interview, wie ein einfaches Steuersystem Deutschland hilft und warum der einzelne Bürger mehr Handlungsspielraum statt Vorschriften braucht

DIE WELT: 70 Prozent der weltweiten Steuerberaterliteratur sind auf deutsch erschienen, es gibt eine Flut von Verordnungen, die selbst die Bundesregierung nicht benennen konnte. Wie konnte es so weit kommen?

Paul Kirchhof: Dies ist das Ergebnis des Versuchs, der generellen, die Gleichheit wahrenden Steuernorm immer einen individuellen Sonderfall gegenüberzustellen. Man nennt das die Einzelfallgerechtigkeit, sie bedeutet aber im Ergebnis das Entfernen von der Gleichheit vor dem Steuergesetz. [...]

Kirchhof: Wenn unsere Lebensverhältnisse immer komplizierter werden, muß das Recht die Welt einfacher machen. Recht soll Probleme lösen, nicht verstärken.

DIE WELT: Aristoteles sprach von Maß und Mitte.

Kirchhof: Recht ist immer eine Kultur des Maßes. Es meint die Verhältnismäßigkeit und daß der Eingriff nicht zu hart ist. Zudem müssen die Normen so formuliert und konzipiert werden, daß der Bürger sie verstehen kann. Eine unverständliche Norm wird er nicht als gerecht empfinden. Der Gesetzgeber hat bei vielen steuerlichen Regeln darauf verzichtet, im Dialog mit dem Bürger zu bleiben. So präsentiert er bei der Regelung des Steuertarifs mathematische Formeln für den Computer, aber keine verständliche Aussage.

DIE WELT: Ronald Reagan gelang Anfang der Achtziger eine radikale Steuerreform. Was ist das Geheimnis?

Kirchhof: Man braucht eine robuste Herangehensweise. Drei Jahre später hatte Reagan einen Haushaltsüberschuß. Doch überall dort, wo Geld ist, sammeln sich Menschen, die es gern hätten. Die nachfolgende Regierung hat diese Begehrlichkeit nicht abgewehrt. Man braucht also noch mehr Robustheit, um die guten Erfahrungen mit einem freiheitlichen Steuermodell auch langfristig zu stabilisieren. Deswegen bin ich dafür, daß sich Gesetze über zehn Jahre nicht ändern, es sei denn durch Absenkung der Steuersätze. Die Steuer braucht Stetigkeit, Nachhaltigkeit und Verläßlichkeit, mit der besonders die Unternehmen planen wollen. Heute haben wir allein im Einkommensteuergesetz jährlich sechs bis zwölf Änderungen.

DIE WELT: Warum lachten so viele, als Friedrich Merz mit seinem Bierdeckel kam. Das war doch auch robust und bürgernah?

Kirchhof: Dies Lachen war Ausdruck der Resignation. Oft höre ich bei öffentlichen Diskussionen die Frage: Ist unsere Demokratie nicht mehr in der Lage, das zu tun, was sie als richtig erkannt hat? Wenn wir diese Frage nicht mit einem klangvollen Ja beantworten dürfen, dann brennt es in diesem Rechtsstaat. [...]

DIE WELT: Ist diese Mehrwertsteuererhöhung nötig?

Kirchhof: Nein. Statt dessen hätte man das Problem der Steuerhinterziehung bei der Umsatzsteuer angehen können: Experten schätzen die Zusatzeinnahmen auf mindestens zehn Milliarden Euro. Da hätte man einen schönen Ertrag erzielt, Gleichheit hergestellt und Menschen für die Legalität gewonnen. Wenn man außerdem bei der Einkommensteuer alle 418 Ausnahme- und Privilegientatbestände beseitigen würde, könnten wir den Spitzensteuersatz auf die von mir favorisierten 25 Prozent einkommensneutral senken. Aber auf diesem Weg ist die Union allemal, das ist langfristig vorgezeichnet.

DIE WELT: Was waren in all den Jahren, die Sie sich schon mit Steuerfragen befassen, die größten strukturellen Hemmnisse?

Kirchhof: Das erstaunliche Phänomen, daß in einer Demokratie die Mehrheit nicht den größten Einfluß hat. Bei der Familienbesteuerung sollte man meinen, seien die Anliegen einer Familie in einer Demokratie verläßlich aufgehoben, weil die meisten Menschen aus einer Familie kommen und in einer Familie leben. Das Gegenteil ist der Fall, weil die Allgemeininteressen schlecht organisiert sind, während die Kleininteressen schlagkräftiger sind und nicht soviel kosten.

DIE WELT: Wenn dieser Staat vermeintlich Gutes will und Schlechtes schafft, welchen Staat sollten wir also wollen?

Kirchhof: Setzen wir auf die Freiheit des Menschen oder auf das Wissen der Beamten? Wenn wir eine Staatsquote von unter 40 Prozent fordern, müssen wir über die klare Linie zwischen freiheitsverpflichtetem Staat und freiheitsberechtigter Gesellschaft sprechen. Für mich ist Freiheit ein ganz wichtiges Teilelement der Gerechtigkeit. Die eigenen Lebensverhältnisse selbst in Freiheit zu gestalten ist eine Gerechtigkeit für mich selbst, das Recht, mein Glück selbst zu definieren und anzustreben. Das ist die Grundsatzfrage jeder Staatsverfassung: Ordnet der Staat an, oder darf der Bürger selbst entscheiden. Deswegen wird eine Gerechtigkeitsordnung nur gelingen, wenn sie auf Freiheit aufbaut, wird eine Wirtschaft nur prosperieren, wenn sie sich auf den Konsens der Beteiligten stützt. [...]

DIE WELT: Wollen Menschen wirklich frei sein, suchen sie nicht eher Sicherheit und Führung?

Kirchhof: Die Menschen wollen die Ziele ihres Lebens in Freiheit bestimmen und ihre eigenen Angelegenheiten selbst gestalten. Zwar werden die klassischen Ideale “Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit” heute eher als “Freiheit, Gleichheit, Sicherheit” verstanden. Dabei bleibt die Freiheit aber an erster Stelle und meint insbesondere bei der Gestaltung individueller Lebensbedingungen – Beruf, Ehe, Wohnung – die Freiheit vom Staat. [...]

Quelle: Welt.de

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Danke, liebe GEZ.

Abgelegt unter Politik am 18. Juli 2005 von Trafo

Dabei würde ich freiwillig nicht einen einzigen Cent dafür bezahlen, etwas von den Sozialnationalisten (aka. PDS/WASG) zu erfahren!

[...]
Leichtes Spiel für die Linken

Doch warum hat „Die Linkspartei” auch derart leichtes Spiel mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk? Wieso gibt es nicht das leiseste Innehalten, bevor im Programm Platz gemacht wird, wie ihn die NPD zum Beispiel, selbst oder gerade wenn sie Umfrageergebnisse wie die Linkspartei hätte, nie und nimmer eingeräumt bekäme? Auch nicht bekommt. Fragt sich das niemand, beklagt das niemand? Reicht es zu sagen, man sei links, um dem Extremismusverdacht zu entgehen? Ist es der Altherrenbonus der Macht, der Oskar Lafontaine und Gregor Gysi in die Hände spielt, die einfach schon so oft in den Fernsehtalkrunden waren, daß man sich dort gar nicht mehr vorstellen kann, sie auf einmal nicht mehr einzuladen?

Wem es scheinen will, daß das öffentlich-rechtliche Fernsehen, von dem wir in dieser Frage auch qua eigenem Anspruch besonders viel erwarten dürfen, auf die Linkspartei nicht vorbereitet ist, der fand seine Bestätigung spätestens vergangene Woche bei „Farbe bekennen”. Bekennen mußte Oskar Lafontaine dort nämlich gar nichts, was ihm schon nach der gefühligen Eröffnungsfrage von Gabi Bauer klar gewesen sein dürfte: „Wie fühlt sich das für Sie persönlich an, wieder da zu sein?” Großartig natürlich, sagte Lafontaine dem Sinn nach und gab sogleich zu erkennen, daß nicht die SPD Grund habe, sich als Opfer ihres ehemaligen Vorsitzenden zu fühlen, sondern dieser sich umgekehrt als von ihr verraten. Den gestandenen ARD-Chefredakteur Hartmann von der Tann hatte Lafontaine sogar bald so weit, daß er halb im Spaß, dem Ernst der Sache jedenfalls ganz und gar unangemessen, den Eindruck von sich wies, die Linkspartei werde von der ARD wie ein Schmuddelkind behandelt: „Nein, um Gottes willen, nicht.”

Die Demokratie verändern

Wohlgemerkt, es ging um jene Partei, zu welcher der Chef des Berliner Hauptstadtstudios der ARD, Thomas Roth, auf Anfrage dieser Zeitung sagt: „Derzeit bietet Herrn Lafontaines spezieller Werdegang und sein Umgang mit Sprache in der Politik besonderen Anlaß zur kritischen Beobachtung.” Die war in der Sendung „Farbe bekennen” mit Blick auf Lafontaines „Fremdarbeiter”-Ausführungen zwar vorhanden, zwischendurch sagte er aber – unhinterfragt – so bemerkenswerte Sätze wie: „Wir werden die Demokratie verändern.” Die Politik der Regierung in Berlin sei nämlich „nicht demokratisch”. So einfach ist das, abends um halb neun, im ersten Programm. [...]

Quelle: FAZ – Das Lafontaine-Syndrom

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Terrorismusbekämpfung mit Physik

Abgelegt unter Politik am 18. Juli 2005 von Trafo

Wie kann man Terrorismus möglichst effektiv bekämpfen? Oder wie kann man eine Bevölkerung möglichst effektiv gegen eine ansteckende Krankheit impfen? Antworten auf diese Fragen liefert ein Forschungsergebnis des Physikers Armin Bunde von der Universität Gießen, der zusammen mit griechischen und israelischen Kollegen skalenfreie Netzwerke untersucht hat. Die Forscher haben berechnet, wie viel man über die Bestandteile oder Mitglieder eines Netzwerkes wissen muss, um es lahm zu legen. [...]

Quelle: wissenschaft.de

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Neues Papst-Bier aus Bayern

Abgelegt unter Bier am 17. Juli 2005 von Trafo

[...] „Una Birra per il Papa“: Das Bier, über das die renommierte und auflagenstarke italienische Tageszeitung „La Repubblica“ auf ihrer Titelseite berichtet, kommt aus dem Fichtelgebirge: Jürgen Hopfs Schönbrunner Langbräu hat ein Papst-Bier mit dem Namen „Benedikt XVI.“ auf den Markt gebracht. In einer kleinen Kneipe mitten in Rom wird das helle Bockbier, das „Bier für den Papst“, ausgeschänkt. [...]

Quelle: Frankenpost via Elisabeth

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Terroristen oder was?

Abgelegt unter Politik am 14. Juli 2005 von Trafo

Wie werden die Attentäter genannt, die sich selber in die Luft jagen, um möglichst viele Menschen zu töten?
Terroristen? Nein, auf arte-info wird das T-Wort nicht für diese Idioten verwendet – neuerdings heißen die jetzt “Kamikazefahrer”! Na denn…

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Jaja, so sind se halt…

Abgelegt unter Politik am 14. Juli 2005 von Trafo

…die Gutmenschen.
Eine vorzügliche Polemik von Henryk M. Broder:

Gestern wurden bei einem Terroranschlag in Bagdad 24 Kinder getötet. Heute steht die Geschichte in der WELT, Seite 5 unten. Das ist schon viel. Jürgen Todenhöfer, der einen Bestseller über Not leidende Kinder geschrieben hat, schweigt. Antje Vollmer, die sich so vehement für die Einführung eines Wahlrechts für Kinder von Geburt an einsetzt, schweigt. Claudia Roth, kurzfristig die Beauftragte für Menschenrechte der Bundesregierung, schweigt. Die Herren Bono und Geldof, die eben noch Afrika vor dem Verhungern gerettet haben, schweigen.
Claudia Schiffer schweigt, sie ist damit beschäftigt, die 11 Mio Euro aus dem Verkauf ihrer Mallorca-Finca klug anzulegen. Und all die Primaten, die eben noch Bono, Geldof und Schiffer bei den Live 8 Konzerten zugejubelt haben, schweigen auch.
Sie haben alle drei Sekunden mit den Fingern geschnippt, weil alle drei Sekunden irgendwo auf der Welt ein Kind verhungert, danach kamen sie sich ganz toll vor und gingen heim, in ihre kleinen amtomwaffen- und hungerfreien Zonen.
Man möchte diesen Gutmenschen die Fressen polieren, wenn man damit nicht bis zum Jüngsten Gericht beschäftigt wäre. [...]

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Kritikkrise

Abgelegt unter Politik am 14. Juli 2005 von Trafo

Und schon wieder ein guter brand eins Artikel:

[...] Es wundert nicht, dass wirtschaftliche Krisen auch immer geistige Krisen sind. Wirtschaftlicher und intellektueller Stillstand gehen Hand in Hand. Eine stagnierende Ökonomie bietet den Menschen keine Perspektiven. Und Menschen ohne Ziel lähmen wiederum die Wirtschaft.

In regelmäßigen Abständen kommt es im Kapitalismus zu krisenhaften Erscheinungen. Neue Technologien, veränderte politische Konstellationen, das ewige Auf und Ab des Seins. Neue Dinge entstehen, alte werden obsolet – all das erzeugt Unsicherheit und Verdruss. Solche Zeiten des Umbruchs rufen immer wieder die Kapitalismuskritik auf den Plan.

Seit es eine intellektuelle Auseinandersetzung mit diesem Wirtschaftssystem gibt, wird sein Ende propagiert. Die Wider-sprüche seien unüberwindbar, heißt es, das Ende nur eine Frage der Zeit. Und wo bleibt die Gerechtigkeit? So fragt man, als ob es im Feudalismus oder im Sozialismus eine gegeben hätte. Trotz aller Vorbehalte ist der Kapitalismus heute so dominant wie lange nicht mehr.

Stattdessen aber ist die Kritik in eine Krise geraten.

Einer der Gründe dafür ist die Tatsache, dass die Trennlinie zwischen außen und innen verloren gegangen ist. Im Hochkapitalismus waren Gut und Böse noch klar auseinander zu halten. Da gab es den Unternehmer und den Arbeiter. Der eine hatte Kapital, der andere bloß seine Arbeitskraft – der eine beutete den anderen aus. Schon auf dem Höhepunkt der Kapitalismuskritik, in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, war diese Trennung nur mehr symbolisch aufrechtzuerhalten. Adorno und seinen Adepten war es möglich, sich als außen stehend zu bezeichnen, weil sie von den Universitäten – also vom Staat und der Allgemeinheit – mit Professorenprivilegien ausgestattet wurden. Und die Studenten? Die konnten sich ihren Protest leisten, weil ihre Eltern in der prosperierenden Wirtschaft gut verdienten.

Heute ist, zumindest in der Mittelschicht, jeder zugleich Ausbeuter und Ausgebeuteter. Weil man für die Altersversorgung privat vorsorgen muss, legt man sein Geld in Fonds an, von denen man eine hohe Rendite erwartet. Beschwert sich aber gleichzeitig, dass die Fondsmanager Druck auf die Unternehmen ausüben und sie zu hohen Gewinnen zwingen. Man hat längst ein Konto bei einer günstigen Online-Bank, weil das Gebühren spart, regt sich aber auf, dass die Banken Leute entlassen.

Für Arbeiten in Garten und Haus engagiert man Schwarzarbeiter aus dem ehemaligen Ostblock, um dann Leserbriefe zu schreiben, dass die billigen polnischen Kräfte den Einheimischen den Arbeitsplatz wegnehmen. Und selbstverständlich will auch der heftigste Globalisierungskritiker beim Verkauf seines Haus den bestmöglichen Preis erzielen, man hat schließlich nichts zu verschenken. [...]

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Arabische Erfolgsgeschichte?

Abgelegt unter Politik am 13. Juli 2005 von Trafo

Bei brand eins Online wird beschrieben, wie arabische Erfolgsgeschichten möglich sind. Ein Artikel, der viel Licht, aber auch Schattenseiten der Gesellschaft in Dubai zeigt:

[...] Dubai boomt. Innerhalb von drei Jahrzehnten ist aus einem verschlafenen Nest eine wuchernde Metropole geworden. Um fast 17 Prozent ist das Bruttosozialprodukt im vergangenen Jahr gewachsen. Der Reichtum des Emirats, das neben der Stadt Dubai einige tausend Quadratkilometer Wüste umfasst, entspringt dem Öl. Aber Dubais Vorkommen sind begrenzt, und es war den Herrschern der Stadt, der Familie Al Maktum früh klar, dass sie sich nach einer Alternative umschauen müssen. So entwickelten sie die Idee, Dubai wieder zu dem zu machen, was es einst war: einer Drehscheibe des Handels zwischen Europa, Asien und der arabischen Welt. Während die Herrscher der Nachbarländer ihr Geld zum großen Teil im Westen anlegten, investierte die Emirfamilie in die Infrastruktur und Vermarktung Dubais als Wirtschaftsstandort und lukrative Geldanlage. [...]

Wie Singapur und Malaysia hat Dubai zahlreiche Freihandelszonen eingerichtet. Viele der Straf- und Familiengesetze gehen hingegen auf islamisches Recht zurück [...]

Junge, gut ausgebildete Menschen aus der gesamten Region kommen hierher, weil sie hier etwas finden, das in Beirut, Kairo und Casablanca fehlt: Perspektiven, Karrierechancen und ein gutes Leben – ohne Religionswächter. Die Lebensfreude ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Hinzu kommt, dass es relativ leicht ist, motivierte Mitarbeiter anzuheuern – Dubai hat einerseits den Ruf als Partystadt der Region und ist andererseits dank seiner ausgedehnten Strände ein Paradies für Familien mit kleinen Kindern.

Keine Bürokratie, keine Steuern, kein Zoll. Und die Banken arbeiten islamisch korrekt

[...] Theoretisch gibt es für Geschäfte keine Grenzen, aber: „Es gibt unausgesprochene Benimm-Codes“, sagt Jennifer Neumann. „Es würde niemand von hier aus eine Porno-Website betreiben. Die Menschen verhalten sich unauffällig und dürfen dafür so leben, wie sie wollen.“ Es gebe Geschichten über Menschen, die gegen diese Regeln verstoßen haben, und wie der Emir mit ihnen umgegangen ist. Ob sie stimmen, ist nicht so wichtig – jeder kennt sie, und so sorgen sie dafür, dass niemand aus der Reihe tanzt. [...]

Die Mehrheit der Stadtbewohner, Glück Suchende aus aller Welt, käme nicht auf die Idee, nach Mitsprache zu verlangen, und so ist es für die Regenten einfach, zu tun, was sie wollen. Aber bisher ist der Ruf nach einer Demokratisierung auch unter den Einheimischen verhalten, und das ärgert Ebtisam Al Kitbi: „Der Ölreichtum macht uns mundtot. Der Staat versorgt uns mit Jobs und Krediten, die man nicht zurückzahlen muss, und dafür stellen wir keine Fragen.“ Langsam schiebt sich das Auto über die Hochstraße.

Ebtisam Al Kitbi ist Junior-Professorin für Politikwissenschaften an der staatlichen Universität, außerdem hat sie einen Posten im Gulf Research Center. Das Center wird von einem Geschäftsmann finanziert, der auf ausgeglichene Bilanzen schaut, letztlich aber ein anderes Ziel hat: Er will Reformen. „In den vergangenen 30 Jahren wurde viel in die Bildung investiert“, erklärt Ebtisam Al Kitbi. „Und die jungen Menschen, die jetzt aus den Universitäten kommen, wollen nicht nur reich werden, sondern auch mitreden. Ich beispielsweise bin Sozialistin.“

Endlich tut sich eine Lücke auf, Ebtisam Al Kitbi gibt Gas. Das Wort „Sozialistin“ hängt schwer in der Klimaanlagen-Luft des Autos. Eine Sozialistin in einem BMW, mit Mantel und Kopftuch, beides tiefschwarz. „Die schwarze Kleidung hat wenig mit Religion zu tun. Wir tragen sie, weil das hier so üblich ist. Außerdem wird man mit mehr Respekt behandelt, wenn man sich auf diese Art als Einheimische zu erkennen gibt. In der Hinsicht ist das hier eine krasse Klassengesellschaft.“ [...]

Viele halten Dubai für die sicherste Metropole der Welt, und Abdulkhaleq Abdulla weiß auch den Grund dafür: „Unsere Regierung ist weise, sie hält sich von der Politik fern.“ Der Politik-Professor, der eine Talkshow im Satellitenfernsehen moderiert, meint, weil sich die Regierung auf die Wirtschaftsförderung konzentriere und sich von den Untiefen der arabischen und internationalen Politik fern halte, ziehe sie nicht den Zorn der Radikalen auf sich. Natürlich gebe es unter den Jugendlichen in Dubai Anhänger von Bin Laden. „Doch der Radikalismus ist hier viel weniger stark als etwa in Saudi-Arabien. Der Grund dafür liegt in unserem Erfolg. Den Jugendlichen geht es gut. Sie haben Jobs und Perspektiven und sind stolz auf ihr Land.“

Hier geht’s zum kompletten Artikel.

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TriTraTrollalarm!

Abgelegt unter Spass am 12. Juli 2005 von Trafo

Wie immer ist im heise-Forum die Hölle los. Da kommt man aus dem Lachen nicht mehr raus…

Als IT Experte und Firmenchef bekommt man zu Geburtstagen oder anderen festlichen Angelegenheiten schon mal einen Apple Rechner geschenkt. Dann tu ich immer so als ob ich mich freu und verkaufe ihn auf Ebay. Nicht das ich das Geld nötig hätte, aber mich reizt es das Gebot mit Zweitaccounts nach oben zu drücken. Momentan steht mal wieder so ein Rechner in meinem Londoner Loft herum.
Nur zur Kernaussage: Ich habe dieses NeoOffice/J heruntergeladen und ausgetestet. Die Software ist sehr schlecht, nichts findet man am rechten Ort wo es sein soll, wie beim Microsoft Office. Aus lauter Wut habe ich heute Abend 10 Kündigungen unterschrieben.

Hochachtungsvoll, Ihr
Dr. Marc Wutz
IT-Experte und IT-Consultant
EDV-Insider
MCSE

Diplom-Betriebswirt(BA) und angehender Hi Tec EDV & IT Fach Consultant und zukünfitiger Doctor of Business Administration (DBA)
http://www.patents4innovation.org/

Heise -Leser der ersten Stunde und langjaehriger Voll -Abo Rezipient
mehr als 1ooo Beiträge seit 2oo2 und ebensoviele Accounts

kompetenter Ansprech Partner bei Computer Solutions
derzeitiger IT Competence Center CTO und mehrfacher Unternehmensgründer (SAP, Bellini, IT-Wutz)

Jahrgangs Bester 9. Klasse und wieder gewaehlter Rekord Klassen Sprecher 1989
Vorstandsmitglied (2. Beisitzer bei der Freiwilligen Feuerwehr)
12 Monate Zivildienst mit Urkunde

vom Fachverband attestierte ausgezeichnete Faehigkeiten in Sachen EDV
mehrfacher Bestsellerautor (”1ooo Windows(TM) Tuning Tipps”, “Computersünden”)
langjähriger Verfasser von Whitepapers und Fallstudien, die in der Branche als Kompendium gelten

von anderen Über den Autor
—————-
M.W. hat bereits an zahlreichen Computerbüchern mitgeschrieben. Er beschäftigt sich seit den Tagen von MS-DOS 2.0, OS/2 2.1 mit Computern und ist seit 1995 als freiberuflicher Computerberater und Webmaster tätig.

M.W. zählt zu Deutschlands bekanntesten IT-Experten für den Unternehmenseinsatz der Betriebssysteme und Verzeichnisdienste von Microsoft. Seine mehr als 2-jährige IT-Erfahrung spiegelt sich u.a. in über 35 teilveröffentlichten Büchern, Empfehlung und Fallstudien wieder, die sich unter anderem mit Windows Server 2003, Windows XP, Windows 2000 und Windows NT auseinandersetzen. In führenden Fach- und Business-Zeitschriften-Foren (heise.de) hat er Hunderte von Artikeln rund um die Themen Betriebssysteme,
Kommunikation und Netzwerk veröffentlicht. Darüber hinaus arbeitet er als Referent und Consultant.

Body Marks
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10 000m Lauf unter 2h
2x Siegerurkunde bei den Sommer Bundes Jugend Spielen
konstantes Handycap von 54

persönliche Vorlieben
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Kaviar zum Frühstück
mit Sekt verwöhnen am Wochenende
Austern zur Saison
gediegen Hummer kredenzen zur warmen Jahreszeit
anonymer Parteigönner & Mäzen (CDU)

zukünftige Projekte
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Böresenemmision von IT Wutz und aufbau zum Global Player
- weitere noch unter verschluss -

Wer nicht selber nach so geilen Postings suchen will, schaut am besten bei den enilnoesieh trollpostings nach!

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